Biofaire Mode: Öko-Look und sauteuer?

19.04.2018 13:57

#4 aus unserer Artikelserie über Das richtig faire Shirt

Wer faire Mode kaufen will, die nicht sofort ins alternativ-linke Eck des Kleiderschrankes gehängt wird, wird jetzt immer besser bedient: Ständig entstehen neue Labels, die faire Mode produzieren, die sich (mehr als) sehen lassen kann. Bettina Nagiller ist im Fair Trade Shop seit drei Jahren für Mode zuständig. Inzwischen stapeln sich hippe Shirts von Armed Angels und People Tree, deren Fairness-Anteil bloß noch am Etikett ablesbar ist, neben Yogamode von Jaya und klassischen Jeans von Kuyichi.

Keine Reklamationen seit zwei Jahren

Auf regelmäßigen Modepräsentationen erkennt sie neue Trends und trifft ihre Auswahl: “Das Tolle ist, dass ich zwischen verschiedenen Marken wählen und diese kombinieren kann”, sagt sie und zeigt eine Skinnyjeans von Armed Angels, die sie mit einem eleganten Loop Shirt von Alma & Lovis zusammengestellt hat. “Mir ist besonders wichtig, dass die Preise leistbar bleiben und die Qualität stimmt. Seit wir Armed Angels vor zwei Jahren eingeführt haben, hatten wir noch keine einzige Reklamation.” Gäbe es Probleme, werden die Labels wieder aus dem Sortiment genommen, “und wir machen uns auf die Suche nach etwas Neuem.”  

Hipp und trotzdem fair?

Wichtig ist, dass alle Labels fair und verantwortungsbewusst produzieren. Wir halten uns bei der Mode an das GOTS-Siegel: Dafür muss umwelttechnisch und sozialpolitisch vom Rohstoff bis zum fertigen Kleidungsstück alles passen. “Das Siegel ist momentan das beste im Modebereich” erklärt Bettina. “Es betrachtet nicht entweder guten, fair erwirtschafteten Bio-Rohstoff oder faire soziale Bedingungen bei der Verarbeitung - sondern beides.”  

Aber das ist doch sauteuer!

Gute Arbeitsbedingungen, hochwertige Materialien, faire Entlohnung, da klingen beim armen Studenten die Alarmglocken. Doch mittlerweile ist auch biofaire Mode an den Markt angepasst: Ein T-Shirt von Armed Angels kostet ab 29 Euro - das entspricht zwar nicht den Billigläden, aber liegt oft noch unter den Preisen von Markenshirts. “Klar, mit Billigstproduktion können wir nicht mithalten, aber das ist auch nicht unser Ziel. Wer Preise bezahlen möchte, die der Arbeitszeit der ProduzentInnen und der Qualität der Rohstoffe gerecht werden, ist bei uns genau richtig”, so Bettina.