Der faire Schmäh

07.11.2019 13:20

Der faire Handel ist in die Jahre gekommen. Und wie es im Alter gelegentlich vorkommt, kann es sein, dass man/frau vergesslich wird. So kann es passieren, dass das eigentliche Ziel einer Sache vergessen wird. Oder dass Ideen und Ziele zu einer bekömmlichen Beikost verwässert und die anfänglichen Ansätze abgeschwächt werden; vereinzelt sogar so stark, dass es schließlich gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Ziel zu tun hat. Wenn es dadurch besser im Geschmack wird, mag es ja seine Berechtigung haben, wenn aber der ursprüngliche Gedanke ad absurdum geführt wird, sollte ein/e liebevolle/r AltenpflegerIn ein wenig Hilfe leisten. Um jetzt einer beginnenden Demenz vorzubeugen, haben wir beschlossen durch ein wenig Gehirnjogging dem Hausverstand etwas auf die Sprünge zu helfen und das selbständige, kritische Denken zu fördern. Damit wollen wir der ursprünglichen Idee des fairen Handels wieder mehr Bedeutung geben. Dies möchten wir in Form eines Blogs machen, den wir regelmäßig füllen.

Wir wollen in dieser Blogrubirk aber auch selbstkritisch einige der ursprünglichen Ziele und das bereits Erreichte hinterfragen. Wir möchten Themen, die uns beschäftigen, neu beleuchten: Ist der faire Handel wirklich die wirkungsvollste Form der Entwicklungszusammenarbeit? Wie fair ist ein fairer Eiskaffee in der Aludose? Wie kommt es zu FAIRTRADE zertifizierten Kaffeekapseln aus Aluminium? Was hat das alles mit dem so genannten „Mengenausgleich“ zu tun? Wie kommt es, dass KonsumentInnen im Norden gelegentlich etwas abstruse Vorstellungen über die Lebensweise und faire Arbeitsbedingungen im Süden haben?

Wir wollen dabei keine bösen Konzerne, Firmen oder Einzelpersonen an den Pranger stellen oder verurteilen, sondern mit ein wenig Humor versuchen, das ein oder andere System zu hinterfragen. Außerdem möchten wir dazu beitragen, dass KonsumentInnen nicht ausschließlich Siegeln, „Experten“ oder großen Institutionen blind vertrauen, sondern sie zukünftig – wie viele GründerInnen des fairen Handels – ihren Konsum kritisch hinterfragen. Den KonsumentInnen sei es selbst überlassen, welche Schlüsse sie daraus ziehen. Selbstverständlich kann es auch uns passieren, dass uns etwas entgeht, vielleicht wir etwas zu kritisch sehen oder wir einen schmerzhaften Nerv treffen. Deshalb freuen wir uns natürlich über ein Feedback und stehen nicht an, dies immer wieder in künftigen Blogs zu erwähnen. Vielleicht bist auch du einmal einem „fairem Schmäh“ erlegen, dann lass es uns wissen und wir teilen das mit unseren KundInnen. Jetzt wünschen wir viel Spaß mit dem ersten Blogbeitrag „Der faire Nikolaus mit einem bitteren Nachgeschmack“.  

Rückmeldungen bitte an mitterlehner@worldfairtradeshop.at