Shirt aus Holz? Die Rohstoffe der Zukunft

05.01.2018 13:54

#3 aus unserer Artikelserie über Das richtig faire Shirt

Der Hauptrohstoff für unsere biofaire Mode ist Baumwolle. Warum Bio-Baumwolle besser ist als konventionelle, das lest ihr in diesem Blogeintrag. Zusätzlich zur altbekannten Nutzpflanze es aber auch noch andere etwas verrückte, innovative, besonders nachhaltige Materialien. Wir zeigen euch einige davon, ihr werdet überrascht sein.

Eukalyptus bis Altplastik

Die Modewelt wird kreativ, wenn es um neue, nachhaltige Rohstoffe geht: Die einen verwenden den Stamm von Bananenbäumen, den man ohnehin jedes Jahr zurückschneiden muss, um aus den Fasern einen ganz natürlichen Garn zu spinnen. Die anderen gewinnen aus Eiweißpulver sogenannte „Milchseide“, die nicht nur als umweltfreundlich, sondern auch als antibakteriell gilt. Die Kölner Modemacher von Armed Angels verwenden unter anderem Holzfaser, die sie zu Tencel verarbeiten, und Altplastik, das sie einschmelzen, um daraus einen Garn für flauschig weiche, atmungsaktive und langlebige Kleidung herzustellen.

Bio ist kein Trend

Damit treten sie gegen die "Fast-Fashion-Industrie" an, die Gentechnik oder Pestizide verwendet und oft extrem umweltunfreundlich produziert: "Wir haben die Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit, mit der unsere Umwelt behandelt wird, satt. Für uns ist Bio kein Trend, sondern eine Einstellung und Verantwortung gegenüber unserer Umwelt keine Option, sondern ein Muss. Deshalb setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe und recycelte Materialien", so die Philosophie von Armed Angels. Das Unternehmen ist stets auf der Suche nach ökologisch optimierten Materialien und springt auf Innovationen wie Garn aus Eukalyptusholz oder Altplastik schnell auf.

Neue Verfahren entwickeln

Schwierig sind dabei klar zwei Dinge: Verfügbarkeit und Verfahrensweise. Für jede neu entwickelte Faser müssen erst Maschinen entwickelt und qualitativ hochwertige Rohstoffe regelmäßig an den Produktionsort geliefert werden. Das bedarf viel Organisation und ist teuer. "Zudem muss man den Reyclingprozess immer hinterfragen", so Katrin Czorny, Pressesprecherin von Armed Angels. "Reden wir von chemischem (nicht unbedingt umweltfreundlichem) oder von maschinellem Recycling? Woher kommen die Ausgangsmaterialien, sind es wirklich Altprodukte? Wie ist die Qualität zur Weiterverarbeitung von recycelten Materialien? Und so weiter." Bei ihrem Unternehmen wird alles vom Garn bis zu den Knöpfen nachhaltig produziert, das sind natürlich hohe Ansprüche - doch die Weiterentwicklung lohnt sich.

Und die Zukunft?

Für die Zukunft wünscht sich Czorny noch mehr Transparenz bezüglich recycelter Ausgangsmaterialien: "Die Produktsicherheit von recycelter Baumwolle kann zum jetzigen Zeitpunkt zum Beispiel nicht garantiert werden, da man nicht weiss, woher die Alttextilien kommen, wie sie im ersten Leben eingefärbt wurden." Außerdem muss das "maschinelle Recylcing technisch so möglich sein, dass qualitativ, langelebige Fasern dabei enstehen." Neben Armed Angels entdecken wir immer mehr nachhaltig produzierende Bio-Modelabels wie FairyTale, LangerChen oder Wunderwerk und nehmen immer wieder neue Labels für euch in unsere Modeabteilung auf. Denn auch wir finden: Nachhaltige Mode hat unfair Produziertes längst überholt und erhält in unserem ersten Obergeschoß einen immer größer werdenden Platz.